Neue Daten zeigen, dass nur zwei Emittenten fast den gesamten Sektor dominieren, was neue Fragen darüber aufwirft, wie die kommende US-Regulierung Kapitalflüsse umgestalten könnte, anstatt sie zu stabilisieren.
Im Zentrum des Marktes stehen Tether und Circle, die zusammen etwa 87% des globalen Stablecoin-Angebots ausmachen. Tethers USDT allein kontrolliert etwa 62% des Marktes, während Circles USDC weitere 25% beisteuert. Alles andere – einschließlich renditebringender Stablecoins – wird auf einen dünnen Teil des Kuchens reduziert.
Die Grafik verdeutlicht, wie wenig Raum für Alternativen übrig bleibt. Die führenden renditebringenden Stablecoins zusammen repräsentieren nur etwa 6% des gesamten Marktanteils, während alle verbleibenden Emittenten zusammen etwa 7% ausmachen. Mit anderen Worten: Die Stablecoin-Wirtschaft ist bereits hochgradig zentralisiert, bevor Regulierungsbehörden überhaupt eingreifen.
Dieser Kontext ist wichtig, während US-Gesetzgeber über neue Regeln für sogenannte Zahlungs-Stablecoins debattieren. Gemäß aktuellen Vorschlägen würde es diesen Token untersagt, Nutzern Rendite anzubieten, obwohl sie typischerweise durch kurzfristige US-Staatsanleihen mit einer Rendite von etwa 3% bis 4% gedeckt sind.
Das Ergebnis ist eine wachsende Diskrepanz zwischen dem Ort, an dem Wert generiert wird, und demjenigen, der ihn erhält. Während Reserven durch Staatsanleihen stetige Erträge erzielen, werden diese Gewinne von Emittenten und Bankpartnern einbehalten. Endnutzer verdienen hingegen nichts für das Halten von Vermögenswerten, die als digitale Bargeldäquivalente fungieren.
Aus der Perspektive der Kapitalallokation ist dieser Trade-off zunehmend schwer zu rechtfertigen. Märkte neigen dazu, sich schnell anzupassen, wenn Anreize nicht übereinstimmen, und die Nachfrage nach Rendite verschwindet nicht einfach, weil die Regulierung sie einschränkt.
Stattdessen verlagert sich renditesuchendes Verhalten anderswohin. Ein Teil davon bewegt sich offshore, außerhalb der Reichweite von US-Regelwerken. Ein Teil fließt in synthetische Dollar-Produkte wie Ethenas USDe. Anderes Kapital wandert in komplexere oder weniger transparente Strukturen, die sich in regulatorischen Grauzonen befinden.
Ironischerweise riskiert diese Dynamik, die Stabilität zu untergraben, die politische Entscheidungsträger zu schützen versuchen. Durch die Einschränkung der Rendite auf die am stärksten regulierten und transparentesten Stablecoins wird Wachstumsdruck auf Produkte mit höherer Undurchsichtigkeit und potenziell höherem systemischen Risiko umgeleitet.
Der Stablecoin-Markt war bereits lange vor dem Auftauchen dieser Vorschläge konsolidiert. Durch das Verbot von Renditen auf konforme Zahlungs-Stablecoins könnten Regulierungsbehörden diese Konzentration verstärken und gleichzeitig die Wettbewerbsposition der sichersten Produkte schwächen.
In der Praxis könnten die Regeln zu weniger Aufsicht führen, nicht zu mehr, da sich Aktivitäten von den sichtbarsten Bereichen des Ökosystems wegbewegen. Der Versuch, Stabilität durchzusetzen, könnte letztendlich dazu führen, dass Risiken exportiert werden.
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