Große EU-Banken, darunter ING, UniCredit, CaixaBank und BBVA, geben sich nicht mehr damit zufrieden, nur über einen digitalen Euro zu sprechen: Sie sind mutiger geworden und wetteifern nun darum, Krypto-Partner zu finden, um 2026 einen bankgestützten Euro Stablecoin auf den Markt zu bringen, während sie sich auf das Pilotprojekt der Europäischen Zentralbank (EZB) für den digitalen Euro im Jahr 2027 vorbereiten.
Das digitale Euro-Projekt der EZB hat eindeutig den Horizont einiger Schwergewichte unter den Kreditgebern erweitert, so dass viele von ihnen nun auf einen anderen Weg setzen. Über ein Joint Venture namens Qivalis, das von mehreren großen europäischen Banken in Amsterdam gegründet wurde, planen sie, in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 einen MiCA-konformen, Euro-gebundenen Stablecoin herauszugeben und sich damit vor dem Pilotprojekt der EZB für den digitalen Euro zu positionieren. Anstatt sich ausschließlich auf die konservativere Zentralbankoption der von der EZB ausgegebenen CBDC zu verlassen, bietet Qivalis eine von Banken unterstützte Alternative: einen vollständig reservierten E-Money Token, der von großen Geschäftsbanken unterstützt wird und in erster Linie für On-Chain-Zahlungen, Krypto-Handel und die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte konzipiert ist.
Eine regulierte und inländische Alternative für die EUWie Qivalis CEO Jan Sell in einem kürzlichen Interview mit der spanischen Zeitung CincoDías darlegte, befindet sich das Unternehmen bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Krypto-Börsen, Market Makern und Zahlungsanbietern, um den Token vom ersten Tag an zu vertreiben. Laut Sell hat sich das Konsortium auf 12 Banken erweitert und positioniert seinen Euro Stablecoin als regulierte, MiCA-konforme Alternative zu auf Dollar lautenden Stablecoins, der 1:1 mit Bargeld und kurzfristigen europäischen Staatsanleihen gedeckt ist und eine 24/7-Konvertierbarkeit für institutionelle und private Nutzer gleichermaßen bietet.
Eine breitere Perspektive mit KryptoQivalis ist kein isoliertes Experiment: Seine Existenz ist ein paradigmatisches Beispiel dafür, wie Europas traditionelle Kreditgeber ihren Ansatz für digitale Vermögenswerte ändern. In den letzten Jahren haben große Banken und Sparkassen, die nicht zurückbleiben oder gegen dezentralisierte Krypto-Alternativen verlieren wollten und unter dem Druck der Kundennachfrage und strengerer Regulierung standen, Krypto-Verwahrung, Handelspiloten und Tokenisierungsprojekte eingeführt, wie man an deutschen Kreditgebern sieht, die Krypto-Dienstleistungen erkunden, oder an französischen und italienischen Banken, die den digitalen Euro-Plan der EZB unterstützen und gleichzeitig Lobbyarbeit zu Kosten und Design betreiben.
Europas etablierte Akteure scheinen erkannt zu haben, dass sie besser daran tun, das System nach ihren eigenen Bedingungen neu aufzubauen, anstatt die On-Chain-Finanzierung von der Seitenlinie aus zu bekämpfen und im Hintergrund neuer Paradigmen zu verschwinden
Titelbild von ChatGPT, XRPUSD-Chart von Tradingview


